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Internes Audit vorbereiten: Checkliste nach ISO 9001

Interne Audits sind Pflicht in jedem zertifizierten Managementsystem – und eines der wirksamsten Werkzeuge, um Schwachstellen zu finden, bevor ein Kunde oder Zertifizierer sie findet. Diese Checkliste zeigt, worauf es ankommt.

Was die ISO 9001 fordert

Nach Abschnitt 9.2 der ISO 9001 muss ein Unternehmen in geplanten Abständen interne Audits durchführen. Sie sollen zeigen, ob das Qualitätsmanagementsystem die eigenen und die Normanforderungen erfüllt und ob es wirksam umgesetzt und aufrechterhalten wird. Leitlinien für die Durchführung gibt die ISO 19011.

1. Auditprogramm festlegen

Das Auditprogramm plant die Audits über einen längeren Zeitraum, meist ein Jahr oder einen Zertifizierungszyklus.

  • Alle Prozesse und Normforderungen abdecken
  • Häufigkeit nach Bedeutung, Risiken, Änderungen und früheren Ergebnissen festlegen
  • Auditoren benennen – objektiv und unparteiisch, niemand auditiert die eigene Arbeit

2. Einzelnes Audit planen

Für jedes Audit werden Ziel, Umfang und Kriterien festgelegt und ein Auditplan mit den Beteiligten abgestimmt.

  • Relevante Unterlagen sichten: Prozessbeschreibungen, Kennzahlen, letzte Auditberichte, Reklamationen
  • Fragenliste bzw. Checkliste je Prozess vorbereiten
  • Termine, Gesprächspartner und Bereiche festlegen

3. Audit durchführen

Vor Ort bewährt sich ein klarer Ablauf:

  • Kurzes Eröffnungsgespräch: Ziel, Ablauf, Zeitplan
  • Gespräche am Arbeitsplatz statt nur im Besprechungsraum
  • Stichproben von Nachweisen prüfen und Feststellungen belegen
  • Abschlussgespräch mit Ergebnissen, Abweichungen und Verbesserungspotenzialen

4. Bericht und Maßnahmen

Der Auditbericht dokumentiert Feststellungen, Abweichungen und Empfehlungen. Für jede Abweichung werden Ursache, Korrekturmaßnahme, Verantwortliche und Termin festgelegt. Entscheidend ist die anschließende Prüfung der Wirksamkeit: Erst wenn eine Maßnahme nachweislich wirkt, ist die Abweichung abgeschlossen. Die Ergebnisse fließen in die Managementbewertung ein.

Interne oder externe Auditoren?

Eigene Auditoren kennen die Abläufe, sind aber oft betriebsblind oder in Hierarchien eingebunden. Ein externer Auditor bringt den Blick von außen und den Maßstab eines Zertifizierungsaudits mit – sinnvoll vor allem vor Erst- und Rezertifizierungen oder wenn interne Kapazitäten fehlen.

Häufige Fragen

Wie lange dauert ein internes Audit?

Das hängt vom Umfang ab. Ein einzelner Prozess lässt sich oft in wenigen Stunden auditieren, ein Systemaudit über alle Prozesse kann mehrere Tage umfassen.

Darf ein Mitarbeiter seinen eigenen Bereich auditieren?

Nein. Die ISO 9001 fordert Objektivität und Unparteilichkeit; Auditoren sollen ihre eigene Arbeit nicht auditieren.

Dipl.-Ing. Thomas Stöber, Berater für Qualitätsmanagement in Wuppertal

Dipl.-Ing. Thomas Stöber

Über 30 Jahre Automobilbranche, 1st/2nd Party VDA 6.3-Auditor, DGQ-Auditor® und Senior-Auditleiter für ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001. Mehr über mich

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