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Managementbewertung nach ISO 9001: Inhalte, Ablauf und Gliederung

In der Managementbewertung prüft die oberste Leitung, ob das Qualitätsmanagementsystem geeignet, angemessen und wirksam ist. Richtig gemacht ist sie kein Pflichtdokument, sondern das zentrale Steuerungsinstrument des Managementsystems.

Was fordert die ISO 9001?

Abschnitt 9.3 der ISO 9001 verlangt, dass die oberste Leitung das QM-System in geplanten Abständen bewertet, um seine fortdauernde Eignung, Angemessenheit und Wirksamkeit sowie die Ausrichtung auf die strategische Richtung der Organisation sicherzustellen. Die Ergebnisse sind als dokumentierte Information aufzubewahren.

Geforderte Eingaben

Die Norm legt fest, was in der Managementbewertung behandelt werden muss:

  • Status von Maßnahmen aus vorherigen Managementbewertungen
  • Veränderungen bei externen und internen Themen mit Bezug zum QM-System
  • Kundenzufriedenheit und Rückmeldungen relevanter interessierter Parteien
  • Erreichungsgrad der Qualitätsziele
  • Prozessleistung sowie Konformität von Produkten und Dienstleistungen
  • Nichtkonformitäten und Korrekturmaßnahmen
  • Ergebnisse von Überwachungen und Messungen
  • Auditergebnisse
  • Leistung externer Anbieter
  • Angemessenheit der Ressourcen
  • Wirksamkeit der Maßnahmen zum Umgang mit Risiken und Chancen
  • Möglichkeiten zur Verbesserung

Geforderte Ergebnisse

Am Ende stehen Entscheidungen und Maßnahmen zu:

  • Möglichkeiten zur Verbesserung
  • Erforderlichen Änderungen am Qualitätsmanagementsystem
  • Bedarf an Ressourcen

Vom Pflichtdokument zum Steuerungsinstrument

Häufige Schwäche in der Praxis: Die Managementbewertung wird einmal im Jahr als Bericht geschrieben, ohne dass daraus Entscheidungen folgen. Wirksamer ist es, die Eingaben aus laufenden Kennzahlen und Dashboards zu speisen, die Bewertung in einer Sitzung der Leitung zu besprechen und die Ergebnisse als konkrete Maßnahmen mit Verantwortlichen und Terminen festzuhalten.

Bei integrierten Managementsystemen nach ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001 lässt sich die Bewertung in einem gemeinsamen Termin durchführen – das spart Aufwand und sorgt für ein Gesamtbild.

Häufige Fragen

Wie oft muss eine Managementbewertung stattfinden?

Die ISO 9001 fordert geplante Abstände, ohne eine Frequenz festzulegen. Üblich ist mindestens einmal jährlich; viele Unternehmen bewerten einzelne Themen zusätzlich unterjährig.

Wer muss an der Managementbewertung teilnehmen?

Verantwortlich ist die oberste Leitung. Sinnvoll ist die Beteiligung der Prozessverantwortlichen und der bzw. des QM-Beauftragten, die die Eingaben vorbereiten.

Dipl.-Ing. Thomas Stöber, Berater für Qualitätsmanagement in Wuppertal

Dipl.-Ing. Thomas Stöber

Über 30 Jahre Automobilbranche, 1st/2nd Party VDA 6.3-Auditor, DGQ-Auditor® und Senior-Auditleiter für ISO 9001, ISO 14001 und ISO 45001. Mehr über mich

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